bubbles - no troubles! - Weekend Auffahrt 1999





Eigentlich wusste ausser den Organisatoren Sabine, Niggi und Armin niemand, wo es hingehen soll. Alle Teilnehmer mussten ja zuerst diesen ultimativen Quest im Internet bestehen, um die Bedingungen dieses Anlasses zu erfüllen. Aber ausser dem 20 maligen Hinweis auf ‘lugemer emol´ war dem auf der Calypsohomepage deponierten Programm nix, und rein gar nix zu entnehmen.
Also machten sich am Auffahrtstag zehn unentwegte Calypsianer auf, um sich auf dieses ungewisse Abenteuer einzulassen. Dies immer mit der Erfahrung der letzten Jahren, dass die "bubbles - no troubles!"-Weekends in der Vergangenheit doch irgendwie zu überstehen waren.
Mit einem kleinen Mietbus mit vollgeladenen Anhänger ging´s alsdann los in Richtung Romandie. Zimmis obligaten Autobahn-Raststellen-Stopp machten wir in Gruyere. Dort schwelgte unser erwähnter Profi in der Vergangenheit und genoß wie zu Grossmutterns-Zeiten die Portion Meringue mit Doppelrahm.
Wohl gestärkt folgten wir unserem Weg in Richtung Messery am Lac Leman. Dort angekommen, erwartete uns ein fischreiches Mittagessen im Hotel Les Toënes und der Bezug unserer Nachtreviere. Dabei hatten die meisten von uns das Glück, von diesen kleinen, aber feinen Zimmern einen freien Blick auf den Lac Leman zu haben. Doch keine Zeit zum lange noch Siesta zu halten. Schliesslich ist ja auch etwas tauchen angesagt. Also ab zu unserem Tauchplatz in Messery.
Das sich hier selten mal Taucher verirren, wurde wohl jedem von uns klar, als er diesen Tauchgang beendet hatte. Wohl hatten wir gute Sichtverhältnisse und warme Wassertemperaturen (gäll Sabine), aber bei diesem Tauchgang musste sich jeder anstrengen, um tiefer als 3 m zu kommen. Also nix für den Club der Hunderter von Genf. Hier in der flachen Bucht erfüllen sie nicht ihre Pflicht, einmal pro Woche auf 100 m zu tauchen.... Spass gemacht hat es dennoch, ist doch klar.
Der erste Tag neigte sich dem Ende zu und alle genossen noch die folgenden Stunden. Die einen füllten die Tauchflaschen im Scuba Shop von Vesenaz, andere liessen die Swisscom frohlocken (dr Natel-Achim) und der Rest sprach dem Pastis oder dem Suze zu. Dementsprechend war die ganze Gruppe gut gerüstet für das folgende Nachtessen im Hotel. Johnny und Niggi entschieden sich nach längerer Diskussion für einen ansprechenden Wein und Petra wehrte sich erfolgreich gegen das dargereichte Lamm; es gab als Alternative noch Fisch. Mit vollen Wampen liessen wir den Abend bei Cigarrenqualm und Vieille Brune ausplämpern. Dass sich die letzten Unentwegten noch zu einem Marsch ins Pub Paddy´s aufrafften, bekamen nicht mehr alle mit. Dass sich jedoch Jürg dabei auf einen dubiosen Hörnliauflauf (was heisst eigentlich Hörnli auf Französisch?) einliess, war jedoch das Gesprächsthema der darauffolgenden Tage.

Tag zwei begann, wie nicht anders zu erwarten, mit dem Frühstück. Um nun jedoch unsere nächste Tauchgründe zu erreichen, brauchte es eine längere Busfahrt an den Lac d´Anncey. Wohl geleitet durch einen ortsansässigen Tauchclub (dieses Mal hing Sabine am Calypso-Natel) trafen wir zur Mittagszeit am Chateau Duingt ein. Doch vorerst war nicht tauchen angesagt. Schliesslich ist bei solchen Anlässen auch die Sorge um das leibliche Wohl sehr wichtig. Also assen wir schön geschützt vom aufkommenden Regen in einem Bootsanleger ein Real French Picknick mit Pâté, wohl assortierten Savoier-Käse und Baguette. Einzig Niggis abartige Mayonnaise de Dijon war dem Hochgenuss etwas abträglich.
Trotz den etwas weniger erfreulichen klimatischen Bedingungen, war der Tauchgang diese Reise wert. Rund um das Chateau Duingt fällt der See steil ab und an dieser Wand lässt sich einiges entdecken. Unterhalb der Sprungschicht auf ca. 12 m Tiefe war die Sicht merklich besser und versunkene Bäume liessen die ganze Landschaft bizarr aussehen. Nebst dem gewohnten Amerikanischen Kamberkrebs und den heimischen Fischarten, entdeckte Zimmi noch eine seltene Süsswasser-Schleimfischart. Dass wir hier uns nur für einen Tauchgang erwärmen konnten, lag nicht an der fehlenden Schönheit vom Lac d´Anncey. Viel eher war der stärker werdende Regen und die Kälte des Wassers daran Schuld.
Also ging´s zurück zum Lac Leman, Flaschen füllen und Apéro-Nehmen in Hermance. Dort trafen wir Pierre Imfeld an, einem alten Spezi von Armin aus dessen Genferzeit. Pierre Imfeld versorgte uns mit den nötigen Informationen für das bevorstehende Nachtessen und für das Tauchen am nächsten Tag. So gelangten wir an Insider-Hinweise, dass es z.B. an die 30 Tauchclubs allein in Genf gibt oder Tipps für ein gewisses Wrack, welches nur wenigen Tauchern bekannt ist.
Im Restaurant "Port Du Lac" in Nernier wurden wir alsdann abermals von Pierre Imfeld und dessen Frau Patricia angenehm überrascht, indem sie sich unangemeldet dort zum Nachtessen einfanden. Also ging der Abend im Stile eines richtigen "bubbles - no troubles!"-Event zu Ende.....

Hermance war das Ziel unserer Träume für den dritten Tag. Hermance bietet dank seiner vorbildlichen Infrastruktur mit Umziehkabinen, Duschen und WC´s das ideale Taucherrevier. Das wir hier nunmehr auf einen Grossteil der 30 Tauchclubs von Genf trafen, war uns im Vorfeld nicht bewusst gewesen. Nun wissen wir es.....
Trotz dieses Massenandranges liess es sich ein Teil von uns nicht nehmen, auch hier mal den Kopf unter Wasser zu halten. Vorallem Stauffi und Strudl packte der Ehrgeiz, nach den Beschreibungen von Pierre Imfeld ein schwer zu ortendes Wracks zu finden. Und siehe da, mit etwas Glück und noch viel, viel mehr Können wurde besagte Johle auch entdeckt. Da waren die kleinen Wracks in Strandnähe nur Peanuts.
Den Rest des Tages verbrachten wir bei Sightseeing in Genf; über Wasser versteht sich. Flugs in alle Winde verstreut teilte sich die Gruppe auf. Die einen machten mehr auf Kulinarisch, andere auf Kulturell und letzte auf Milieubezogen. Dass sich schlussendlich alle wieder zum Nachtessen beim Thailänder im Rotlichtviertel einfanden, war dem regen Telefonverkehr zu verdanken. Reichlich groki kamen wir spätnachts, gerade noch rechtzeitig für ein Schlummertrunk im Hörnliauflauf-Pub Paddy´s in Messery an.

Der letzte Tag unseres Weekends war gleichzeitig der am Sonnenreichste. Tauchen war beim Steinbruch Locum angesagt. Ein Fischreicher Tauchgang mit schönen Steinformationen erwartete uns. Reichlich durchkühlt nach vier Tagen Kaltwasser entlockte manchen Anwesenden den Wunsch, doch bitte nächstes Jahr wieder irgendwo hinzugehen, wo es wärmer ist. Also sind entsprechende Organisatoren für das "bubbles - no troubles!"-Weekend 2000 gefragt.
Dennoch liessen es wir uns nicht nehmen, den mitgebrachten Grill nun erstmalig einzusetzen und so komische Savoierwürste zu braten. Einzige Abwechslung bei der anschliessenden Heimfahrt brachte wieder mal Achim mit seinem Natelverkehr. Ansonsten herrschte allgemeine Stille im Bus. Jeder war wohl in Gedanken schon beim heimatlichen Bett......

Für weitere Fragen an den Urheber (Markus alias Strudl) dieses Textes

Wir haben wie folgt getaucht:

Datum: Zeit: See: Ort: Höhe [m]: Tiefste Wassertemp [C]: Bemerkung:
13.5.99 15:58 Lac Léman Messery (F) 372 6.0 Flach
14.5.99 14:14 Lac d'Annecy (F) Château Duingt 445 5.1 trübe Tasse
15.5.99 11:39 Lac Léman Hermance (CH) 372 7.0 Rudeltauchen am Riff von Genf
16.5.99 11:55 Lac Léman Locum - Steinbruch 372 6.2 Krebse á gogo



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