Malediven 2004

Tagebuch


Letzte Änderung: 01.03.2006


Datum: Eintrag:
05.04.2004 Alles bereit und funktionifiziert! Merci MC
Log: Niggi
08.04.2004 Endlich, endlich ging es los! 8 von 10 Teilnehmer trafen sich in Pratteln auf dem Bahnhof um 14:53 zur Abfahrt mit dem Flugzug nach Unique. Kaum sassen wir und schon hörten wir das vertraute: C’est l’heure de l’Apéro! Durch die Reiseleitung wurde ein kleiner Apéro mit einer Buddel Champus und diversen Kleinigkeiten organisiert. Die Stimmung war danach sehr schlecht! Auf dem Flughafen trafen wir danach die letzen 2/10 unserer Gruppe! Naja, ich bin es leid das Lied vom Check in zu singen. Immer das gleiche mit dem Tauchgepäck! Aber unser Heinz (Name der Redaktion nicht unbekannt) ist hier das erste mal ausgerufen worden! Er musste sein Gepäck nochmals öffnen und die Lampe zeigen. Er war von uns allen der Einzige, der sein Gepäck im Bauch des Flugzeuges verschwinden sah! Wir fragten uns, ob Wohlgi’s Geberit-Rohr mit den Fischerruten mitgekommen ist! In München haben wir noch ein Paulaner genossen und sind danach in den halbleeren Kahn der Thomas Cook nach Male eingestiegen. Ruhiger Flug ohne herausragende merkmale. Log: Niggi
09.08.2004 Ein paar minuten vor Neun (MMT = siehe Log. Bluedolphin 1999) sind wir in Male gelandet. Siehe da: Alles gepäck ist da! Wimla, Hutchen und Marin nahmen uns zusammen mit Musthapha von der Bluedolphin am Flughafen in empfang! Freitag ist Ruhetag auf den Malediven: alles geschlossen! Hutch lädt uns zu sich nach Hause ein. Es ist eine kleine härzige grüne Oase im Zentrum von Male. Es gibt einen herrlichen Fruchtsaft und drei verschiedene Massounis, einfach Super (To Hutchen, Wimla and the Family: Vara Bodu Shukuria!!!!!)! Um 14:00 fahren wir mit dem Dhoni wieder auf die Flughafeninsel Hulule um auf unseren Inlandflug nach Gan zu warten. Wir haben eingecheckt ohne Tickets und obwohl die Gewichtslimite für den Flug noch strenger ist, hatten wir null Probleme! Es ist ein Super Flug von Male nach Gan: Sensationeller Blick auf die südlichen Atolle und Küsse beim Überqueren des Equators. Was bitte wurde als erstes in Gan ausgeladen? Richtig: Wohlgis Röhre mit den Fischerruten! Ausser ein paar Kleinigkeiten fehlt gar nichts! Gabrielle wurde das Sackmesser und eine spez. Gesichtscreme geklaut! Gan ist so anders, es wirkt sehr kolonialistisch und alles ist grün. Wir fahren mit ein paar Taxis an die Landestelle des Dhonis der Bluedolphin. Am Horizont geht die Sonne unter und wir betreten die Bluedolphin! Wie schön das Schiff ist, sehen wir wieder nach kurzer Zeit. Es hat nun weniger Kabinen mit der Dusche und WC inbegriffen und es ist alles noch geräumiger geworden! Schon ruft Subash zum Nachtessen! Jawohl der gleiche Subash wie anno 1999.
Noch ein kurzer Schum ums Boot und ab in die Haia!!! Eine Meldung nach Hause: Wir können nur SMS empfangen aber keine versenden, die Malediver wollen, dass wir telephonieren! Wir freuen uns dennoch auf jedes SMS und werden entsprechend im Log antworten: Forza Lugano und Hopp FCB! Log: Niggi
10.04.2004 08:00 Morgenessen: Omeletts, Fried-Eggs mit und ohne Garlic, Chili, Onions und Cheese! Hey, ein guter Saft dazu! Nichtsmehr von süssem Domestos von 1999! Naja, heute fangen wir also mit dem Tauchen an. Als erstes steht die British Loyality auf dem Programm. Ein Tanker-Wrack aus dem zweiten Weltkrieg, welches von den Japanern zweimal torpediert wurde. Das Wrack liegt auf der Seite in der Lagune auf 33m auf Grund (höchster Punkt 15m). Es ist wunderbar bewachsen mit Tellerkorallen und Schwarzekorallen. Eine Schildkröte begleitet uns. Auch diverse kleinere Schwärme bewohnen das Wrack. Wie auch auf der Hinfahrt zum Tauchplatz begleitet uns auf der Rückfahrt eine Gruppe von Spinnerdelphinen. Auch unter Protest von Wohlgi schreiben wir diese Begegnungen ins Log. Wir sind für Transparenz und können nicht auf private Interessen Rücksicht nehmen. Kaum auf dem Boot zurück gibt schon wieder Hapa Hapa. Auf Vierzehnhundert ist der zweite Tauchgang angesagt (tönt wohl ein wenig militärisch, das ist gewollt, wir sind immer noch in Port T, das war die geheime Bezeichnung der britischen Arme für Gan). Maa Kandu ist ein wunderschöner Tauchplatz, mit super schönem Bewuchs, kein Bleeching! Solche Steinkorallen habe ich schon langen nicht mehr gesehen. Die einte Gruppe hat auch schon einen Manta gesehen. Barrakudas, Wsrh (Weissspitzenriffhai), Tunas, Drücker zum abwinken, so dass Heinz mit dem Zählen bei 81 aufgehört hat. Unter den sehr grossen Tischkorallen versteckten sich grosse Zackis, div. Süsslippen und einige Spitzkopffledermausfische. Nach dem Tauchen gab es natürlich Tee und Cake. Sabine, Esther und Niggi sind danach noch eine Stunde Wasserjoggen gegangen und der Rest der Truppe hat den Sunset genossen. Nach dem Nachtessen mussten wir alle noch Arbeiten: Wir haben den Auftrag von der Reiseleitung erhalten ein Osterei zu dekorieren. Morgen ist Premierung. Log: Niggi
11.04.2004 Der Abend zuvor: C’est l’heure de l’apéro. Die Gespräche bei einem Bier (sorry: bei einem San Miguel) werden immer wieder von Lachern durchbrochen – hauptsächlich wegen Heinzens witzigen Sprüchen. Nacht an Deck. Der Sternenhimmel scheint uns auf den Kopf zu fallen. Der Grosse Wagen liegt tief am Horizont, so dass der Polarstern hinter dem Horizont verschwindet. Dafür zeigt uns das Kreuz des Südens die Himmelsrichtung an.
OSTERN! Wir werden durch Musik geweckt: „La mer, elle va dancer..“ Vor dem Morgenessen präsentieren alle ihr Ei und kommentieren ihre Gestaltungsidee. (Ich muss sagen, Sabine und Armin zeigen grosses Geschick, den Tag - die ganze Reise – angenehm und sinnvoll zu strukturieren.) Meine persönliche Präferenz gilt dem Ei unseres „Fischers“ (Wohlgi), der aus dem Ei einen abenteuerlichen Köder gebastelt hat. Delfin-Alarm. Ab und zu schnellt ein Tier fast senkrecht aus dem Wasser und dreht sich um seine Achse. Offensichtlich sind es Spinner-Delphine. Der Morgentauchgang ist eine Pracht. Eine sanfte Strömung trägt uns über pittoreske Korallenlandschaft. Ein Riesenschwarm Gelbrückenfüsiliere. Beschauliches Aufnehmen der visuellen Eindrücke. Gabrielle sichtet eine Schildkröte. Da! Ein Osterei auf dem Korallenblock. Dort wieder eins. Osterhase Niggi hat sie hingelegt. Auch unter Wasser verbreitet sich Osterstimmung. Erst recht dann auf dem Dhoni. Menomeno-tatäterärä. (PS: Privatmessage für meinen vierjährigen Enkel Ben, der zu Hause auch Ostereier sucht: Noch hat das Hampelmännchen nicht getanzt). Zurück an Bord werden wir mit einem Bananenshake verwöhnt. So ziemlich alle finden im Moment das Leben schön!
Verknurrt zur Fortsetzung des Logs – hier der Verlauf des Nachmittags: Auch der Nachmittagstauchgang gestaltet sich als legèrer Driftdive. Unbeschwert schweben wir über angenagte Korallenstöcke (von den vielen Papageifischen angeknabbert). Man erkennt die Beissspuren deutlich. An Bord tönt die optische Ernte etwa so: Weissspitzenhaie, Leopardendrücker, Säbelzahnschleimfisch, Sternkugelfisch, Netzmuräne (freischwimmend) Schildkröte usw. Zum Schluss übte Armins Gruppe das Setzen einer Strömungs-Schlauchboye (Strömungspariser) – mit unterschiedlichem Erfolg.
Am Nachmittag ein Osterausflug im Pick-up. Wir mäandern durch Contis Heimatinsel Foammulah. Schmucke Häuschen in Pastellfarben, exotische Blumen, Nutzpflanzen und Bäume. Die Leute erwidern freundlich unser Winken. Halt an idyllisch verträumten Weiher. Spaziergang an filmreifen Palmenstrand. Tatsächlich treffen wir eine kleine Filmequipe, die, den Sonnenuntergang im Hintergrund, eine Paarszene filmt – mit den üblichen Wiederholungen. Das Nachtessen gestaltet sich wirklich österlich festlich – feines Essen mit WEIN! Ostereier Contest: The Winner is: zu Recht Wohlgi. Applaus Applaus! Log: Otmar

Attachment: Danke für die vielen SMS und speziell zum CH-Meister SCB (Thömu, Richard und Strudl) Log: Niggi
12.04.2004 Ostermontag - Der Tag fängt ja bekanntlich schon um 0.00 Uhr an. Dies war heute auch so, vor allem für unseren Captain Conti und seine Crew. Um Mitternacht legte die Blue Dolphin vom Hafen in Foammulah ab und trat die Reise Richtung Huvadhoo Atoll an. Laut Armin, gibt es auf den Malediven kein Gewitter – seither suche ich nach einem Namen dafür, was wir in dieser Nacht erlebten. Der Regen war am Abend kurz und heftig, liess aber schnell wieder ab und es fielen nur noch ein paar Tropfen. Nicht so der Wind, der die Welle gegen die Seite der Blue Dolphin peitschte, während wir auf der Überfahrt zwischen den Atollen auf offener See tuckerten. Während das Dhoni mit Mohammad und Abdulla unserem grossen Schiff immer ein bisschen voraus fuhr, versuchten die Calypsianer ein bisschen zu schlafen, was mir wohl besser gelungen ist, als den meisten andern.
Gegen 6-8 Uhr morgen hat uns Conti dann in das innere des Atolls gefahren und die Gewässer wurden viel ruhiger, so auch die Taucher – und, wie nicht anders zu erwarten, waren um 8 Uhr noch nicht viele von uns wach, während das Morgen(fest)essen schon vorbereitet war, wie am Abend zuvor abgesprochen. Ausser unsere zwei Fischer Niggi und Wolgi waren schon dran, die Ruten ins Wasser zu halten, mit bescheidenem erfolg.
Das Wetter ist nach wie vor grau und verhangen, trotzdem entschliessen wir, die hartgesottenen Warmduscher, uns ins Tauchgerödel zu quetschen um einen schönen Drift-Dive am Aussenriff zu machen. Wohlgi nutzt indes die Zeit um die Theorie des Advanced-Kurses zu büffeln und wohl noch etwas schlaf nachzuholen!?
Der Tauchgang war toll und wir haben zwei schöne Weissspitzen Sharkies, einen Makrelenschwarm und einen Schrift-Feilenfisch gesehen. Wieder auf dem Dhoni angekommen peitschte uns wieder mal eine Regenfront und wir mussten schon bangen, vor Rückkehr zum Schiff die Schneeketten am Dhoni montieren zu müssen.
Zurück auf dem Schiff war eine Runde chillen mit Mr. Hakeem angesagt, bevor wir uns wieder den Dr. Iglo (-Hassif ) Fish-Fingers zuwandten, um unseren Taucherhunger zu stillen – mit anschliessendem Papaya-Dessert worauf sich Niggi natürlich sofort stürzte.
Am Nachmittag war ein ruhiger Tauchgang angesagt. Vorausschauend auf den bevorstehenden Nachttauchgang, schwebten wir gemütlich mit einer easy Strömung in einem wunderschönen Kanal über selten schöne Korallenblöcke und bestaunten die vorhandene Artenvielfalt. Einfach spitze! Auf der Rückfahrt fing Wohlgi dann auch noch zwei ‚Rainbow-Runner’, der erste grosse Erfolg beim fischen!
Wieder auf dem Schiff hiess es: Sofort die Lampe aufladen, wir wollen noch tauchen! So kam es, das wir bei Kaffe, Tee und einem kleinen Snack einen Berg voll Lampen an der ‚Ladestation’ mit neuem Saft versorgten, damit wir später noch was sehen würden - hoffentlich!
Eine Stunde später gingen wir dann ans Werk – Nachttauchen ist angesagt! Im Schein von wenigen Lämpchen auf dem Dhoni quälten wir uns in die noch nassen Neopren Anzüge... Igitt! Aber so bald wir im Wasser waren, wussten wir auch gleich wieder warum. Nur im Lichtkegel der Lampe was sehend, glitten wir über unter Wasser gewachsene Korallenberge auf der Suche nach nachtaktiven Gestalten (ausser diese bipedalen Kohlenstoffeinheiten [siehe ‚Hitchhikers Guide to the Galaxy’] mit gelben, grünen oder schwarzen Flossen). Dass wir dabei vielen anderen Fischen, Krebsen und Schildkröten begegneten, rundete die Sache ab.
Nun, nach einem genialen Nachtessen sitzen wir noch alle zusammen und diskutieren über alles Mögliche. Mal sehen, was der heutige Tag noch alles bringt ...
Log: Oli
13.04.2004 Nach einem gute Nacht Whisky am Vorabend und einer sternenklaren Nacht, im North Huvadhoo Atoll, geht um 6:06 Uhr über der Insel Dihyadhoo die Sonne auf.
Es ist windstill, die Sonne brennt vor dem Frühstück schon fast ein Loch in die Planken der Blue Dolphin, es verspricht ein sehr heisser Tag zu werden (Wohlgi feeling).
Um 9:00 wird das Dhoni für den ersten Tachgang bepackt. Es geht an die Südseite des Kondey Kandu vor Dhiyadhoo. Wir finden starke Strömung vor und bei 30°C Wassertemperatur wagen wir den Schritt über den Dhoni Rand in das tiefblaue Wasser. Von der Gruppe getrennt und erneutem Abtauchen gelingt es auch Armin und mir an der gewünschten Stelle des Kandu einzusteigen. Auf 30 m Tiefe an der Riffaussenkante, in der Strömung hängend, beobachten wir einen grossen Napoleon. Mit der Strömung lassen wir uns in den Kandu treiben. Plötzlich über uns ein Schatten, mein erster Manta (nach Armin ca. 3m für mich eher 4-5m), ich versuche mich, an einem durch Papageienfische abgenagten Korallenstock festzuhalten, ohne ins Hyperventilieren zu kommen. Mit der enormen Ruhe und Erfahrung von Armin überstehe ich auch diesen phantastischen Augenblick. Der Manta macht eine halben Rolle direkt vor uns, und verschwindet mit eleganten Bewegungen in der Tiefe des Wassers.
Zurück auf der Blue Dolphin lassen wir uns mit Köstlichkeiten aus unserer Bordküche zum Mittag verführen. Am Nachmittag hatten wir wiederum am Ausenriff des Atolls ein eher ruhigen Tauchgang mit wenig Strömung. Sehr schön ist, dass auf dem North Havadhoo Atoll die Korallenkulturen bis unter die Wasseroberfläche voll intakt sind, das heisst keine Korallenbleiche.
Den Nachttauchgang haben wir auf speziellen Wunsch einer Person auf 20:15 gelegt. Wieder bepackt auf dem Dhoni geht es ca. 100 m bis zum Hausriff vor der Insel Dhaandhoo. Mein erster Nachtauchgang. Aufgeregt sortiere ich die div. Utensilien. Wir wagen den Schritt in die Dunkelheit. Über diesen Tauchgang gäbe noch vieles zu Berichten, doch die Redaktion drängt auf den Redaktionsschluss. Log: Wohlgi
14.04.2004 Die andere Seite der Bluedolphin, oder was geschieht von uns fasst unbemerkt. Jeweils wenn die Taucher das Dhoni verlassen haben und sich in ihren Kojen einer Dusche unterziehen oder nur ganz einfach die trockene Kleider anziehen, werden die leeren Tauchflaschen mit den vollen auf dem Dhoni getauscht. Ibrahim füllt die leeren Flaschen auf der Bluedolphin während wir am tauchen sind. In der Kombüse wird dauernd geschält, gerüstet, gekocht, gebacken und frittiert. Meist zieht es einem einen Hauch der Leckereien aus der Küche von Hasif und Subash schon beim Anlegemanöver des Dhonis an die Bluedolphin durch die Nase. Während unserer tauchenden Abwesenheit wird Abgestaubt, Gesaugt, Gewaschen und unsere Betten kunstvoll neu gebettet. Die Crew hat einen langen Tag. Am Morgen wir früh schon vor unserem Aufstehen mit den Vorbereitungen zum Morgenessen angefangen. Am Abend sind sie solange auf wie wir. Kommt dann noch eine Überfahrt ins Programm so gibt es gar kein Schlaf!
Wir haben neben dem Tauchen sehr viel Spass: Otmar (Ompa) hat mir zum Beispiel das Hampelmännchen-Lied (inkl. Rumkugeln) von seinem Enkel Ben beigebracht.
Im Huvadhoo Atoll gibt es keine Touristen Ressorts aber einige unbewohnte Inseln. Nach dem Morgentauchgang war heute Landgang auf einer dieser Inseln angesagt. Schraubenpalmen, Cocospalmen und div. andere Pflanzen, junge Platax und Schwarzspitzenriffhai tummelten sich in der Lagune. Diverse angeschwemmte Schuhmodelle, so dass sich unsere Frauen wie zuhause im Schuhladen fühlten. Naja getaucht wurde ja heute auch noch: Adlerrochen, Grauhai, Hochseedrücker, Greenturtle (hier gibt es wohl keine anderen), Fledermausfische und vieles mehr z.b. Königschnapper (Jobfisch).
So nach dem Sahbo gehen wir mit der Blue Dolphin Crew fischen!

Während Niggi die Fische mehrheitlich fütterte, zogen die anderen fette Beute an Bord. Im Abendlicht zog eine Delphinschule am Dhoni vorbei.

Gleichzeitig kletterten die Aquafitterinnen trotz Platzregen über die Reling ins Wasser und hatten die beste Sicht auf einen fantastischen Bilderbuchregenbogen, Aus dem tiefen Blau tauchten plötzlich dunkle, glänzende Delphinrücken auf.

Nach jedermanns Rückkehr auf die Blue Dolphin, erwartete uns ein köstliches maledivisches Dinner.

Log Niggi (+the rest)
15.04.2004 Locker-flockig legten wir an diesen Morgen bereits um 5:30 Uhr los. Ein „early-morning“ Tauchgang stand an. Der Nilandhoo Kandu hatte viele Ueberraschungen für uns bereit, so ein super Tauchplatz. So viele Fische am Morgen schon machen richtig süchtig.
Nachdem füllen der hungrigen Mäuler war relaxen genau das richtige. Die Blue Dolphin schiffte uns währenddessen Richtung Norden. Die Schiffsmannschaft sorgte natürlich auch schon wieder für unsere nächste Speise. Frischer Thunfisch für den Znacht wurde auf unseren Wunsch auf dem Schiffsbug zerlegt.
An unserem neuen Platz am Maamendhoo Kandu sprangen wir voller Begierde wieder ins warme einladende Wasser. Die Strömung trug uns alle in andere Richtungen, der Kanal hatte seine Tücken. Aber alle erreichten lachend das Dhoni.
Nachdem feinen Zmittag durften wir erneut eine herrliche Schiffsfahrt erleben.
Das Ziel Ekefaru Kandu war somit bald in Sicht. Blüemli suchen am Riff war uns eine Leidenschaft, für nicht Taucher im Wasser herum guseln, im oberen Wasserbereich.
Am Kaffeetisch legten wir den Apero für 18.00 Uhr fest. Die Strömung war leider heute zu stark für Wasser treten. Also hatten wir Fitness an Bord. Endlich haben wir unser Bier verdient. Lautstark sangen wir in Begleitung von Heinz s Maulorgel ein paar Volkslieder.
Die Vorspeise das Sashimi war ein Genuss, so richtig scharf, das die Tränen fast flossen.
Dieser wunderbare Tag müssen wir leider heute früh abschliessen, denn die Blue Dolphin ist für eine lange Nachtfahrt bereit. Log Esther
16.04.2004 Nachdem wir in der Nacht vom 15.04.04 abends um 22.00h die Anker gelichtet haben, begann die harte Nacht für die Crew. Wir mussten den offenen Seeraum zwischen dem Huvadhoo Atoll und dem Hadhdhunmathee Atoll überqueren. Ein leichtes Rollen der Blue Dolphin, gepaart mit dem sonoren Sound des 6 Zylinder Diesels verfielen wir Taucher rasch in den Tiefschlaf. Der Steuermann verfolgte seinen Kurs, wie auf einer Schnur durch die dunkle Nacht, bis er um acht Uhr das Gas zurücknahm und damit uns Taucher aus den Kojen lockte. Nach dem feinen „Breakfast“ tauchten wir an der Nordwestseite im Vadinolhu Kandu. Mir fielen die Gegensätze zwischen den Kleinfischen mit Korallenresten und schönen Korallen mit viel mittelgrossen Fischen bis hin zu riesigen Zackenbarsche auf. Nach dem Mittagessen fuhren wir exakt Kurs Nord zum Kolhuvadulu Atoll weiter und wurden einmal mehr von einer Delphinschule begleitet. Die Fahrt dauerte ca. 3 Stunden, also genügend Zeit zum Faulenzen, Lesen und Plagieren. Heute waren wir 13 Std. mit ca. 7 kn unterwegs was einer Fahrstrecke von 90 Seemeilen entspricht. Am späten Nachmittag tauchten wir im Guraido Kandu bei starker Strömung und vielen Fischen. Die Zeit verging im Fluge und schon zeigten unsere Finimeter wieder Rot.
Log: Heinz
17.04.2004 Früh um 06.00 Uhr ging der Motor an. Die Crew wollte mit uns Richtung Mulaku-Atoll fahren. Die meisten von uns konnten noch eine Runde schlafen, andere sassen bereits hinter den Advances Open Water-Büchern. Um 07.30 Uhr war Tagwache. Nach einem kurzen Kaffee oder Tee gings ab aufs Dhony, Tauchen war angesagt. Olhugiri Kandu. Eigentlich hatten wir auf einlaufende (ettere oi) Strömung gehofft. Nichts war, sie lief auswärts (beru oi). Ob sie kuda (schwach) oder bodu (stark) sein würde, konnten wir nicht sagen. Also sprangen wir munter über einem Tila mitten im Kandu und liessen uns überraschen. Es war ein wunderschön bewachsener Hang mit vielen Tellerkorallen. Immer wieder hatte es zum Teil grosse Pilzkorallen, Lederkorallen und vor allem viele Schwämme. Zur linken Seite empfing uns ein Meer von Füsilieren. Es sah aus, wie ein hellblauer Zuckerguss. Von weiter vorn schwamm ein Schwarm Kupferschnapper in die Füsiliere hinein. Welch eine Farbenpracht!! Auf der rechten Seite packte eine Karrettschildkröte unseren Blick. Doch schon mussten wir wieder den Kopf drehen: Langflossen-Fledermausfisch, grosser Napoleon, grosser Leopardenzackenbarsch und und und. Eigentlich wollten wir uns langsam nach rechts nach oben wenden, als Sabine plötzlich wie wild nach links unten stach. Wir brave Schüler folgen und erblicken bald einen wunderschönen Federschwanzrochen, der sich im Sand gemütlich tat. Noch eine Weile liess er sich von uns bestaunen, dann hob er ab. Doch siehe da, auch er musste mit der Strömung kämpfen. Es kostete ihn sichtlich Mühe, gegen das Wasser anzukämpfen. Dies gab uns die Gelegenheit, ihn nochmals genauer zu betrachten. So sahen wir einen kleinen Remora, der sich ihm an den Bauch gehängt hatte. Als wir nun endgültig loslassen und uns treiben lassen wollten, kam da nochmals eine Karrettschildkröte. Sie kam uns so nah, dass wir sie hätten berühren können. Auch sie hatte mit der Strömung zu kämpfen, so dass sie mit einem Flossenschlag aus Versehen an Otmars Kopf ankam. Sie ist wohl mehr erschrocken als wir. Es sah so lustig aus. Nun aber wirklich nach oben. Wir sahen noch einige schöne Dinge und nochmals Schildkröten. Fazit: Ein Traum!

Auf dem Dhony mussten wir noch kurz auf unsere Advanced-Taucher warten, die ihren Ausbildungs-Tieftauchgang absolvierten. Doch nur kurz und schon waren auch sie wieder bei uns mit spannenden Geschichten und Ausreden. Aber die kennen wir ja.

Kaum an Bord gab es Frühstück. Wir waren noch nicht ganz damit fertig, wurde schon wieder der Anker gelichtet und ab ging’s Richtung Mulaku. Wir hatten nun ca. 3 Stunden Zeit zum Faulenzen, Sonnenbaden, Patience spielen (dies entwickelt sich zu einer Art Bordsucht) und was uns sonst noch so in den Sinn kam. Danach war wieder Essen angesagt. Ja, es ist schon so. Unser Leben auf diesem Boot besteht aus Schlafen, Essen, Tauchen. Aber alles vom Feinsten!

Kurz nach dem Essen ging’s wieder an einen Kandu. Da er keinen Namen hat, taufte ihn Niggi auf Knaatschioaaschi-Kandu. Allerdings konnten wir keinen Oschi entdecken. Auch Knatsch fanden wir keinen. Wir vermuteten ursprünglich, dass es eventuell Knutschioschi-Kandu heissen sollte, doch auch zum Knutschen fanden wir nichts. Wieder sprangen wir über einem Tila. Zu Beginn hatten wir keine Strömung, mittendrin begann die einlaufende Strömung. Es war wieder ein schöner Korallengarten. Überall im Sand lagen grössere und kleinere Korallenblöcke verstreut. Sie waren schön bewachsen und es wimmelte nur so von Fischen. Sabine als mein Buddy war phasenweise für mich nicht sichtbar, obwohl kaum 3 Meter zwischen uns waren. Wir waren von Füsilieren, Wimpelfischen, Kupferschnapper, Schwarzweiss-Schnapper, Sardinen und Sardellen und und und umgeben. Der glatte Wahnsinn. Highlight war das Feld mit Sandaalen. Leider mussten wir viel zu früh wieder loslassen und uns ins Blaue treiben lassen. Ein wunderschöner Tauchgang (wie Heinz meinte, ein fürs Grosmammi, i ha an sie dänggt) ging zu Ende.

An Bord gab es das übliche Sabo und ab ging die Blue Dolphin an ihren Ruheplatz für die heutige Nacht. Wie an Bord gemunkelt wird, sollen wir heute mit einem Barbecue auf einer einsamen Insel überrascht werden. Wir haben auch eine Überraschung: Alle (Männlein und Weiblein) werden einen Sarong (die einheimische Nationaltracht) mit einem weissen Top tragen. Ehre wem Ehre gebührt. So long.

Das Barbecue war einmalig. Die Crew hat im Sand einen Delphin moduliert, der uns als Esstisch und dessen Konturen uns als Sitzfläche diente. Super! Auch das Essen war wie immer sehr gut. Danach haben sie für uns noch ein Bodu Beru aufgeführt. Wir revanchierten uns mit ein paar Lagerliedern. Danach war Krabbenjagd angesagt, bevor wir alle wieder ins Dingi stiegen und zur Blue Dolphin überschifft wurden. Ein weiterer wunderschöner Tag fand ein Ende.
Log: Gabrielle

Anmerkungen der Redaktion: Die Pfeffermühle ist repariert, Merci Strudl für die Spareparts! Wir hatten bis heute keinen Funkkontakt! PS: Happy Birthday liebs Muetti vo Armin und Sabin.
18.04.2004 Als angebliche Reiseleitung bleibt einem auch gar nichts erspart! So holt mich der Wecker - am heiligen Sonntag! - um 6.00 h aus dem Schlaf. Schliesslich steht heute einiges auf dem Programm und wir wollen doch dafür sorgen, dass die Abfahrtszeit nicht allzu sehr nach MMT (Maldivian Maybe Time) ausfällt. Genugtuung bietet dann allerdings der Anblick von unserem angeblichen Frühaufsteher „Wohlgi“, der noch friedlich auf seiner Matratze knackt. Nach ca. 1 Stunde Fahrt stehen wir mit der „Blue Dolphin“ im nördlichsten Kanal des Mulaku Atolls, dem Mulak Kandu. Nach kurzem Briefing steigen wir aufs Tauchdhoni um. Dieser Kandu hatte es in den vergangenen Jahren immer in sich gehabt und er enttäuscht uns auch dieses Mal nicht. Hinten im Kanal treffen wir auf leicht auslaufende, vorne an der Ecke auf leicht einlaufende Strömung und am Aussenriff, dass ist wortwörtlich vom Schiff aus zu sehen, geht so richtig die Post ab. All dies vor dem Frühstück. Wir springen. Chris Heim hätte gesagt: „lets rock and roll!“. Belohnt werden wir mit einem wunderschön bewachsenen Pinakle, einem Schwarm Stupsnasen Pompanos, Barrakudas, verschiedensten anderen Fischschwärmen, einem Adlerrochen, den obligaten Weissspitzen, blauen und gelben Weichkorallen. Ok, jetzt ist es aber allerhöchste Zeit fürs Frühstück, bei dem meine Bepfefferung des „Cheesus“ auf ungeheure Gegenliebe stösst.
Zur Mittagszeit steht der Nachbarkanal, Medu Faru Kandu, auf dem Programm. Die Strömung meint es ernst mit uns und nicht nur wir lassen wir uns mit Schuss am Aussenriff vorbeitragen, auch eine Gruppe von Adlerrochen. Imax ist kalter Kaffee dagegen!
Nach üppigem Mittagsessen, von den „spaghetti agli olio“ könnte sich noch mancher eine Scheibe abschneiden, geht’s ab in den nächsten Inselring, dem Felidu Atoll. Während der Fahrt holt die Crew des Tauchdhonis einen stattlichen Marlin aus dem Wasser, bei dessen Anblick unser Fischer feuchte Augen bekommt. Um dem Anglerlatein gleich entgegen zu wirken: der Fisch wird von Nichtfischern ausgemessen und bringt’s auf eine stattliche Länge von 2.60 m. Der angehende Advanced Diver und sein Instructor verlieren nach dem Fishseeing keine Zeit und schippern per Dingi an ein sandiges Plätzchen, um so schöne Dinge zu tun, wie Strömungsbojen aufblasen, Seile spannen und sich darin verheddern, Kompass schwimmen etc. Kaum zurück an der „Blue Dolphin“, machen sich die Nachttaucher auf ins Wasser. Zwei kleine Platzregen veranlassen in der Zwischenzeit Niggi und Wohlgi zu einer Frischwasserdusche auf Deck. Mit den Details des Nachttauchgangs möchte ich niemanden langweilen, die zurückgekehrten Taucher flöten gerade in den höchsten Tönen. Ausdrücke wie „die rote Symphonie“ etc. fallen und dabei vergessen sie das Sashimi vom frischen Marlin, wie kann man nur ...
Log: Armin
19.04.2004 Bloody Monday? – Nein, ganz im Gegenteil!
Es est bald acht Uhr und Zeit zum Aufstehen. Das Frühstück steht bereits auf dem Tisch. Mmmh, wieder Massuni mit Roshi, heute schmeckt es besonders gut, es ist saftig und mit viel frischer Kokosnuss zubereitet. Nach dem Tauchgangsbriefing von Armin geht’s los auf’s Dhoni.

Ein Platzregen begleitet uns auf der kurzen Fahrt in den Kanal. Ein Strömungscheck ist angesagt, da die Crew und Captain Conti sich nicht ganz auf die Strömungsrichtung einigen können. Et voilà, es ist stark auslaufend, lautet Armins Ergebnis. Jetzt geht’s aber los! Maske auf, Nuggi rein und Treffpunkt unter Wasser. Im Flug ziehen wir an den dunkelgrünen Stempelkorallen vorbei, mit denen wahrscheinlich jeder von uns eine ungewollte Begegnung nicht abstreiten kann. Glück hat, wer einen schwarzen Tauchanzug trägt, dem kann man gar nichts beweisen... Esther und Jürg entdecken auch schon in einem Überhang eine grüne Schildkröte. Lange lässt sie sich aber nicht mehr begutachten, es wird ihr langsam zu bunt bei so vielem „Geblubber“ und sie verlässt ihr Versteck leider bevor Armin so richtig mit filmen beginnen kann. Weiter zieht es uns aus dem Kanal raus, wo wir uns am Corner auf 30 m Tiefe auf einer Terrasse platzieren, um dem Treiben der Makrelen, die heute immer zu zweit unterwegs sind und den Weisspitzenhaien zuzuschauen. Einfach faszinierend. Weiter vorne an der Ecke sind wir noch eine Etage tiefer gerückt und können uns an den himmelblauen Weichkorallen in den Überhängen fast nicht satt sehen.

Zurück auf der Blue Dolphin geht jeder seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Die einen spielen leidenschaftlich Patience, könnte auch schon fast als Suchtverhalten gedeutet werden, die anderen schreiben Logbuch und der Rest geht „beachen“. Was für ein herrliches Dasein. „Esches ned eifach ungloublech?“. Bald schon ertönt Niggis Sirene zum Mittagessen. Sweet and Sour Fish, Reis, Kartoffeln und Chabis-Thunfisch-Salat, zum Dessert „frische“ Ananas aus der Büchse. Zum Café gibt’s dann noch für jeden ein Stück schwarze Toblerone. Jawohl, ihr habt richtig gelesen, unser Schokoladenvorrat ist immer noch nicht versiegt.

Der Nachmittagstauchgang, nochmals im Rakeedhoo Kandu, hält seine Versprechungen. Bei einlaufender Strömung geniessen wir nochmals einen Logenplatz, aber dieses Mal ganz an der Front, hautnah bei den Makrelen. Die terrassierte Kanalkante fällt hier steil in die Tiefe ab und die blauen Weichkorallen zieren die Überhänge, wie Blumenwiesen. Man kann fast nicht genug davon bekommen. (Beim Auftauchen meinte Heinz nur: „so stelle ich es mir im Himmel vor“ – ich mir übrigens auch!)
Der Computer mahnt uns zur Umkehr. Wir lassen uns sachte in den Kanal spülen und können noch einiges an Kleintieren beobachten. Gabrielle findet zum Schluss noch einen wunder-schön gezeichneten Mirakelbarsch.

Eigentlich wollten wir gleich nach dem zweiten Tauchgang nach Fotteyo weiterfahren, aber der Anker wollte sich nicht lösen. Trotz Einsatz von allem „Manpower“ bewegte sich der Anker keinen Millimeter. Es blieb Conti nichts erspart und er musste mit Ausrüstung zum Anker abtauchen und den hartnäckigen, verkeilten Rosthaufen von irgend einer Koralle befreien. Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann doch noch losgefahren und wir trafen erst im Dunkeln an unserem Schlafplatz ein.

Niggi und Wohlgi, unsere Fischer, zogen es vor mit dem Dhoni zu reisen. Natürlich mit der Idee unterwegs zu angeln. Und was sie an Land gezogen haben, war schon sehr beachtlich! Ein Wahoo, 1.38 m lang und 12 kg schwer. Obwohl Niggi gemäss Fischbestimmungsbücher belegen kann, dass dieser Fisch zu den Thunfischen gehört, will Conti davon nichts wissen. Even if you can show me 30 books I don’t believe it! They belong to the Barracudas. Wahrscheinlich ist Morgen wieder Sashimi angesagt, zum Glück ist uns das Wasabi noch nicht ausgegangen.

Nach dem Essen wird Wohlgi nochmals bis auf die Knochen geprüft. Mit verbundenen Augen muss er 4 Knoten, die er während seines Advanced Kurses eingetrichtert bekommen hat, vorzeigen. Wau! Alles tipp top unter Heinzes und Contis Adleraugen besteht er auch noch die letzte Prüfung. Armin hat den ganzen Kurs filmisch festgehalten, damit auch keine Zweifel aufkommen können. Congratulation Wohlgi! Wir sind stolz auf Dich.
Log Sabine
20.04.2004 Felidhoo Atoll, HURAHU KANDU
Early morning dive. Noch vor dem Zmorgen. Wir sinken ins Dunkelblau. Glitzernde Punkte funkeln wie Sternlein: schwebende Fischschuppen. Ein Barrakuda gleitet vorbei. War ,e r der Verursacher? Nach ein paar dutzend Flossenschlägen erkennt man die Riffwand. Sie ist terrassiert, Ueberhänge und hölenartige Unterspülungen machen sie interessant. Ein grosser gefleckter Stachelrochen ruht auf einem Riffabsatz. Sein Durchmesser beträgt 5 Meter (meint selbstironisch unsere Fischer Urs, tatsächlich vielleicht 1,70 Meter). Armin filmt eine schwarzweiss getupfte Muräne. Unter anderem zeigen sich Riesenkugelfisch und Gelbbrauner Kofferfisch (Heinz nennt ihn Samsonite). Von den Wänden der Unterspülungen hängen gelbe Weichkorallen (wie ein Schlüsselblumenfeld, meint später Sabine). Sabine ruft mich – wohlverstanden u n t e r Wasser und deutlich vernehmbar O t m a r ! (wie gelingt ihr das bloss?) und zeigt auf einen vorbei schwebenden Adlerrochen. Wir lassen uns sofort auf dem Korallengeröll nieder (wohl durch Stürme und Coral Bleaching verursacht) und verweilen am Riffrand. Gespannt schauen wir ins Blau und nehmen die Fischparade ab: noch mehr Adlerrochen schweben vorbei, die mehrmals zurückkehren. Das Wasser ist voller Doktorfische und Stachelmakrelen, darunter auch eine massige Grosskopfmakrele und zierliche Fadenmakrelen. Dicht neben mir verharrt ein Pulk Orientalischer Süsslippen und rührt sich nicht von der Stelle – zutraulich und dekorativ. Fischsuppeneuphorie macht sich bei uns breit. Zurück an Bord zeigen beide Filmer (Armin und Otmar) ihre Filmernte und Jürg seine Stills. Der Tauchplatz war so ergiebig, dass wir beschliessen, um 10.30 Uhr hier nochmals zu tauchen.

Die Zeit zwischen den Tauchgängen verbringt man unterschiedlich. Zum Beispiel schnallen sich die Energiebündel Esther und Sabine den Schwimmgürtel um und üben sich im schweisstreibenden Aqua-Jogging, während einige Männer (ist das nicht eine verkehrte Welt?) im Salon Patience legen. Auf dem Oberdeck liegt man „an der Beach“: Oliver döst in der Regel mit Musikstöpsel in den Ohren (das sei ein MP3-Player, klärt mich Heinz auf). Gabrielle verschlingt einen dicken Wälzer. Armin kredenzt auf dem Tablett elegant einen Jus. Kein Wunder, dass die Stimmung auf der BLUE DOLPHIN ausgesprochen gut ist. Es wird viel Gelacht. ALWAYS TAKE THE LIFE FROM THE BRIGHT SIDE... das ist unser Motto, wenn jemand von uns wegen irgend einer Unpässlichkeit nicht tauchen kann. Hie und da ertönt eine Sirene: dann nämlich, wenn Delphine auftauchen oder das Essen bereit ist. Das Spezielle daran: diese Mark und Bein durchdringenden Frequenzen erzeugen die bemitleidenswerten Stimmbänder von Niggi.

Auch das gehört zur Tauchsafari: der weite, weite, weite Horizont - in Waagrechte von 360 Grad. Man entdeckt die bizarrsten Wolkengebilde. Im Westen kann die Sonne scheinen und gleichzeitig im Osten, in einer Entfernung die uns nicht zu beunruhigen braucht, kann sich eine Regenwolke entladen. Gelegentlich gleitet ein Fliegender Fisch über die Wellen - 20, 30 Meter weit. Einmal landete einer versehentlich an Deck, den wir aber rasch in sein nasses Element zurückbeförderten. Und fast täglich die vorbei ziehenden Delphine (mit der obligaten nigg’schen Sirene!).

Getaucht wird von einem kleineren Boot aus, dem Dhoni. Das ist sehr praktisch. Denn dort befindet sich unser Tauchzeug und die Pressluftflaschen, wir müssen also nichts schleppen.

Briefing für den nächsten Tauchgang. „Wir hauchen nochhals an derhelben Htelle“ - so tönt es, weil der Scherzbold Armin uns die Neuigkeiten zähneputzend mitteilt. Unsere Erwartungen an den zweiten Tauchgang werden nicht enttäuscht. Zwar sehen wir keine grossen Brummer, doch die Ueberhänge sind diesmal besonders märchenhaft. Und dann präsentieren sich uns plakative Schwarzpunkt-Muränen, die geduldig Putzerfischchen in ihren Rachen tanzen lassen.

Beim Mittagessen gibt’s Fisch, besonders frischen, schmackhaften Fisch, nämlich den von Wohlgi und Niggi gestern gefangenen Wahoo. Wohlgi macht uns explizit auf seine exzellente Qualität aufmerksam.

Wir erreichen Guraidhoo im Südmale-Atoll. An den vielen verankerten Safaribooten merkt man jetzt die Nähe zu Male. Nachttauchen ist angesagt. Beim „Blümeln“ in der Unterwasser-„Flora“ treffen wir auf eine Karettschildköte, die in ihrer Nachtruhe gestört wird. Der Giri (grosser Korallenblock), den wir umkreisen, ist bunt bewachsen. Jürg und Esther treffen auf einen Oktopus, Wohlgi und Armin auf eine bissige Muräne und Oliver mit Sabine auf eine Kaori-Schnecke und einen mastig grossen Drachenkopf. Leider ist da noch eine andere Tauchergruppe, deren Mitglieder uns oft ins Gesicht leuchten und strampelnd Sediment aufwühlend, so dass Heinz den Tauchtripp abzubrechen wünscht. Beim Nachtessen an Bord dreht sich das Gespräch um waseliwas? Natürlich um Meerestiere wie Steinfisch, Blaupunktrochen, Rotfeuerfische usw. „Das war aber nicht der schlechteste Nachttauchgang, oder?“ fragt Armin. Wir pflichten ihm bei. Jürg zeigt noch seine gelungenen Digitalbilder am Fernsehmonitor. Wir sind also auch an Bord mental unter Wasser.
Log:Otmar
21.04.2004 Wir liegen immer noch vor Guraidhoo und verbrachten somit die erste Nacht wieder in der Zivilisation: Überall Licht von anderen Inseln, mehrere Safariboote nebeneinander und kein Gefühl mehr von: „Wir sind alleine mit den Atollen und dem Meer!“ Wir sind keineswegs deprimiert und haben auch keinen Koller, dies ist nur eine Feststellung und zeigt wie wir die Zeit genossen haben. Zum Heutigen Tag: Guraidhoo Kandu in aller herrgottsfrühe (Tagwache 05:30), die die Tauchen waren, haben von vielen Fischen, Netzmuränen, Adlerrochen, Oktopus und Leierfisch erzählt. Wie der geneigte Leser bemerkt hat, war ich nicht dabei. Wer mich kennt, kennt auch meine Ohren! Ich habe in den letzten Tagen eine Kreuzfahrt mit der MS Blue Dolphin durch die südlichen Atolle der Malediven erleben dürfen. Mit tollen Teilnehmern welche immer täglich mind. zweimal das Schiff ganz mir überliessen! Über den Mittag war Schnorcheln mit einem Manta angesagt, sau schön! Sabine und Armin hatten schon am Vormittag das Gefühl und die Witterung für den Manta aufgenommen. Rötliches beisendes Plankton im Wasser und Armin liess eine Manta-Wache an Deck aufziehen. Bewaffnet mit Feldstecher. Es dauerte nicht lange und Armin sah den ersten Manta! Am Nachmittag wurde am Kandooma Tila getaucht: Mit immer stärker werdenden einlaufenden Strömung wurde dies und das passiert: Eine grosse grüne Schildkröte (Ich hab sie auch vom Dhoni aus gesehen), ein grosser Schwarm Fledermausfische (mind. 50 Stück nach Jürg), grosse Seezunge, Drachenköpfe, etc. etc. Danach sind wir eine Stunde nach Norden zur Insel Gulhi gefahren. Dies ist die Heimat von Ibrahim, Abdulah und Mohamad. Auf dieser Insel wird jeweils nach der Saison auch die Blue Dolphin revidiert. Apropoz damit wurde schon angefangen: Am Rumpf wird gefiedelt und die Anker wurden schon neu gestrichen. Ich schau aus der Lounch der Blue Dolphin und sehe die Sonne untergehen, meine Mittouristen begeben sich nun auf einen wie sie es nennen Nachttauchgang.... Ich weiss schon gar nicht mehr was das ist! Ok, es ist ein Wrack und Nachttauchgang kombiniert. Heinz findet einen riesen Napoleon schlafend hinter einer Schiffstüre. Ein Frogfish wird auch gefunden! Armins zweiter auf den Malediven! Oli lässt sich zu einer Ode an die Suunto-Taucher hinreissen: 3 Atemzüge sind 20 min Deko! (Es muss aber erwähnt werden, dass er selber ein Suunto-Taucher ist!) Danach hat Wohlgi den Apéro mit Salami und Parmesan vorbereitet. Nach drei Stunden Diskussion ist immer noch nicht entschieden wie Morgen getaucht wird... aber wake up wurde mal auf 07:15 festgelegt! Was für ein Fortschritt! Guet Nacht! Log: Niggi
22.04.2004 Unser letzter Tag
0715, Tagwache. Tauchen am Ghuli Thila. Allerdings nicht ganz alle – einige gönnen sich stattdessen einen Frühschoppen. Last Dive, very good dive! Ein würdiger Abschluss der Tauchaktivitäten. Neben den üblichen Blödeleien des letzten Tauchgangs, sahen wir ausserdem auch noch Adlerrochen, diverse Netzmuränen, schöne Weichkorallen, Napoleons, einen stolzen Rotfeuerfisch und einen Schwarm Phantomwimpelfische.
Beim anschliessenden Morgenessen fingen die übertriebenen Lobhudeleien an – von wegen guter Reiseleitung, guten und disziplinierten Tauchern, dem Geria-Dream-Team und der guten Stimmung an Bord.
Danach verschob sich die Blue Dolphin durch einen Regenschauer zum letzen Ankerplatz dieser Safari. Hulumale heisst dieser Ort, genau am Ende der Startpiste von Hululee (Male Airport), damit wir die Situation ‚Südanflug’ mal live erleben können. Neuerdings müssen sämtliche Safariboote an diesem Platz ankern und dürfen nicht mehr den neuen Hafen von Male anfahren. Der Grund liegt in der immer grösseren Zahl von Speedbooten die im Hafen auch einen Ankerplatz benötigen.
Nach dem üppigen Mittagessen und einer kleinen Siesta, wurde mit sieben minutiger Verspätung die Shoppingtour in Male angetreten. In MMT ist das schon ganz pünktlich. Was da alles gekauft und geshopped wurde, bleibt unser Geheimnis. Einiges soll davon ja auch als Überraschung zuhause ankommen. Wohlgi und Niggi stellten mit Freude fest, dass auf dem gesamten Fischmarkt kein annähernd so grosser Fisch wie ihr Wahoo lag.
Nach einer Stärkung im ‚Sea Gull’ mit Shake, Mineralwasser und ein paar Mücken, ging’s noch zu Eve’s ein paar Jeans kaufen. Für einige jedenfalls, denn im ganzen Durcheinander in dem Laden, verursacht durch uns Touries, fanden die Verkäufer nicht für jeden die richtige Hose. Dafür bekam jeder der was kaufte, eine Stoff-Orchidee.
So schafften wir es dann knapp vor sieben ans Jetty zu unserem wartenden Dhoni. 18:30 MMT, genau auf Zeit.
Zurück an Bord erwartete uns ein spektakuläres Dinner-Buffet mit Nudeln, Reis, Frühlingsrollen, Pommes-Frites, Randen-, Kabis-, Tomaten- und Spargelsalat. Ausserdem gabs noch eine feine Grossaugen-Makrele. Wohlgi schaffte es, beide ‚Bäcklein’ zu ergattern, obwohl ihm Subash erst ein Auge (maledivische Spezialität) aufdrücken wollte.
Nun sitzen wir alle auf dem Sonnendeck und überlegen fieberhaft, wo wir alles Gekaufte für die Heimreise unterbringen können.
See you tomorow, wir gehen jetzt packen!

Log: All the members (typed by Oli)
23.04.2004 Heimreise - Viel zu früh - aber doch! Wir mussten aufstehen und ein letztes mal ein Morgenessen auf der Blue Dolphin zu uns nehmen. Dann noch rasch die letzten Dinge verstauen und ab mit dem Dhoni zum Flughafen. Ein Manta grüsst uns auf dem Weg als ob er uns einen guten Heimweg wünscht. Ohne Problem checken wir ein. Alles klappt bestens! Nochmals raus aus dem Flughafen und von Conti abschied nehmen, dann noch schnell was shoppen im DF und schon sitzen wir im halbleeren Flugzeug nach München. Schöner Flug ohne Probleme. In München regnet es aus Kübeln. Für ein Weissbier reichts gerade noch. Der Flug nach Zürich wir durch den lustigen Käptain verkürzt. Er erklärt uns auf bäyerisch mit vielen Worten, warum wir verspätet abfliegen werden. Er erklärt weiter, dass wir deshalb den Snäck vor dem Abfliegen erhalten werden und wenn jemand aufs Klo müsste so könne er dies selbstverständlich tun und dürfe somit die Toilette benutzen! Wir kommen mit einer halben Stunde Verspätung in Zürich an. Die Verabschiedung unter den Safari-Teilnehmern geht sehr schnell von statten, da einige auf den Zug rennen müssen. Das wars! Nicht ganz: Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Sabine und Armin für die perfekte Reiseleitung bedanken (das ist einmal nicht ironisch gemeint!) Bodu, Bodu Schukuria!
Log: Niggi






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