REISETIPS / REISEBERICHTE



Philippinen individuell 1998


Nach über drei Jahren ist es wieder soweit. Die Cathay Pacific Maschine setzt in den Abendstunden zur Landung im Cebu Mactan International Airport an. Hinter uns liegt ein Flug von über 15 Stunden über Amsterdam und Hongkong. Dies scheint mit ein Grund zu sein, wieso ein Urlaub unter 3 Wochen auf den Philippinen für uns Europäer nicht in Frage zu kommen scheint.
Kaum dem Flugzeug über das neue Fingerdock entstiegen, sind wir positiv überrascht. Untypisch für Asien geht alles ruhig vor sich. In klimatisierten Räumen können wir unser Gepäck in Empfang nehmen und gar mit einem Taxi zu regulären Preisen die halbstündige Fahrt nach Cebu City in Angriff nehmen. Unverhohlen kommt bei uns die Vermutung hoch, daß das Gouvernement bewußt das chaotische Treiben früherer Jahren um den Airport in geregelte Verhältnisse ordnen und somit die Ankunft der Touristen so angenehm wie möglich gestalten will.

Dumaguete, Negros Oriental
Nach einer Übernachtung in Cebu City geht es am nächsten Tag weiter mit dem Supercat innerhalb 2 Stunden nach Dumaguete auf der Insel Negros. Diese Supercat-Boote sind dank ihren Katamaranbauart seit dem Bankrott der Philippines Airlines die schnellsten Fortbewegungsmittel in den Visayas.
In Dumaguete schlagen wir für die nächsten Tage unserer Zelte beim Schweizer Markus Kalberer im Eldorado Beach Resort auf. Unverkennbar ist in diesem Resort managementmässig und kulinarisch Markus´ Herkunftsland spürbar. So erleben wir eine angenehme Zeit der Anklimatisierung und erleiden bei weitem keinen Kulturschock.
Doch eigentlich sind wir ja wegen dem Tauchen auf die Philippinen zurückgekehrt. Also schnell verlassen wir unseren mit Klimaanlage und TV bestückten Reihenbungalow, essen unser Frühstück mit frischgebackenen Brötchen und tasten uns an das Eldorado-Hausriff ran.

Dabei steht uns gleich der Schweizer Besitzer des hiesigen Sea Explorers Tauchshops Chris Heim als Guide zur Verfügung. Er führt uns durch das aus einzelnen Korallenblöcken bestehende Hausriff, das vom 30 Meter entfernten Beach direkt betaucht wird. Dem Umstand, daß es weit und breit um diese Korallenblöcke nur Sand gibt, ist es wohl zu verdanken, daß an diesem kleinem Riff eine so große Artenvielfalt herrscht. Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus und bekommen eine Seltenheit nach der anderen zu sehen. Angefangen bei den diversen Anglerfischen, über die Flughähne bis hin zu den Seepferdchen und Flügelrossfischen. Doch auch die farbenprächtigen Nacktschnecken, die Seeschlangen oder die anderen Meeresbewohner ziehen uns in den Bann. So lässt sich auch über das latent sichtbare Coralbleeching hinwegsehen. Auch jeder folgende Tauchgang ist ein Genuß; ganz zu schweigen von dem Muß eines Nachttauchganges am Eldorado-Hausriff.

Apo Island
Weitere Tauchplätze in der Gegend werden mit dem landesüblichen Auslegerboot angefahren. Dabei zählt Apo-Island zu unseren Favoriten. Diese Insel bietet dem Strömungstaucher am Coconut-Point, dem Steilwandtaucher am Rock-Point oder dem Flachwassertaucher im Fishsanctuary Gelegenheit, seiner Vorliebe nach zu gehen. Doch auch der Mamsa-Point, the old chappel, der Largahan Point oder cocon haben ihren Reiz. Dabei kann es auch zu den für die Philippinen gewohnt seltenen Begegnungen mit Grossfischen kommen. Eine größere Wahrscheinlichkeit besteht jedoch, sich den großen Makrelenschwärmen oder dem Clownfish-City im Sanctuary zu erfreuen.
Auch sonst lädt die Insel zum verweilen ein. Im Apo Island Beach Resort, das mitunter mit dem Paradies verglichen wird, scheint die Zeit stillzustehen. Fern ab jeglicher Hektik hat der Australier Mike hier seinen Traum verwirklicht und dem Massen-tourismus den Rücken gekehrt. Dem Besucher stehen acht Bambusbugalows zur Verfügung, die angenehm in die hüglige Landschaft gebaut wurden. Der Süsswasservorrat stammt von einem Regenwasserstausee und täglich geht am Abend für drei Stunden ein Generator für die Stromversorgung an. So heisst es auch für uns hier, mit dem Duschwasser zu sparen und das Laden der Akkus gut einzuteilen. Doch beim Anblick des Sonnenunterganges hinter dem vorgelagerten Monkey-Rock und des besonderen Ambiente, sind solche Entbehrungen alles andere als störend.

Weitere Tauchplätze in Süd-Negros Einen weiteren Urlaubstag nutzen wir, um mittels einer Tagestour zwei Tauchgänge am Tambobo-Reef zu machen. Dieses flachabfallende Riff hat ein großflächiges Korallenvorkommen zwischen fünf bis 20 Meter. Nebst Blaupunktstachelrochen und Oktopusse, treffen wir hier an verschiedenen Stellen auf Geistermuränen. Auch ein großes schwarzes Exemplar unserer liebgewonnenen Anglerfische bekommen wir zu sehen.

Das Fischschutzgebiet Masablood liegt etwa eine 15 minütige Bootsfahrt vom Eldorado Beach Resort entfernt. Masablood wurde vor über 10 Jahren in Schutz gestellt, was sich natürlich auf den Fischbestand Positiv ausgewirkt hat. So können wir hier fast wie auf den Malediven in der leichten Strömung viele Schwarmfische beobachten. Nebst dem tummeln sich zwischen den Korallenblöcke junge Spitzmaul-Fledermausfische (platax pinnatus) oder Sechsbinden-Kaiserfische (pomacanthus sexstriatus). Und auf ein Neues entdecken wir hier eine uns bis anhin unbekannte Nacktschnecke.

Mit der Garantieversprechung sicher Seepferdchen zu sehen, lassen wir uns am Ende unseres Negrosaufenthaltes noch für einen Tauchgang in der Dauin-Bucht überreden. Das Riff selbst lässt wegen seiner wind- und strömungsgeschützten Lage wenig Gutes erahnen und scheint von den lokalen Fischern schon ordentlich dem Reichtum beraubt worden zu sein. Doch das Versprechen wurde eingehalten. In einer Tiefe von etwa 25 Meter finden wir zwischen etwelchem Zivilisationsabfall vier Exemplare der Dornigen Seepferchen (hippocampus hixtrix).

Tauchsafari
Wir nutzen die Gelegenheit, an der ad hoc organisierten Tauchsafari von Chris Heim teilzunehmen. Mit dem großen Auslegerboot Gipsy steuern wir als erstes Balicasag-Island an. Die zweistündige Überfahrt verbringen wir mit dem Beobachten von vorbeiziehenden Delphinen und Walen, dem Sonnen auf dem Deck oder dem Schlafen in den vier Kojen.
In Balicasag betauchen wir den Black-Forest. Dieser Namen verdankt dieser Tauchplatz dem Umstand, daß zwischen 20 bis 40 Meter Tiefe eine Vielzahl von großen Schwarzen Korallen zu sehen sind. In diesen Korallen sind ab und an stattliche Zackenbarsche oder gar Haie im Freiwasser zu beobachten. Das Austauchen findet auf dem ca. acht Meter tiefen Riffdach statt, wo es viele Spezies zu entdecken gibt. So treffen wir auf einen großen Sepia und, wie kann es anders sein, auch ein Anglerfisch sitzt regungslos auf einem Korallenblock.
Die zwei anderen Tauchplätze auf Balicasag, der Diver´s Heaven und das Sanctuary lassen wir auf Kosten der nächsten Destination dieses Jahr aus.

Also fahren wir etwa eine halbe Stunde weiter, um am Doljo-Beach von Panglao Island noch zwei weitere Tauchgänge zu machen. Zwischen den Tauchgängen genehmigen wir uns alsdann an Bord einen Imbiß am gereichten kalten Buffet.

Doljo ist ein treppenartiges Drop-off. Die erste Steilwand reicht bis ca. 25 Meter Tiefe und ist für seine großen Elefantenohr-Schwämme bekannt. In diesen treffen wir auch auf die im Briefing angekündeten Riesen-Anglerfische, die die gleiche Färbung wie die Schwämme vorweisen.
Die zweite Steilwand beginnt alsdann nach einem leicht abfallenden Sandfeld auf ca. 35 Meter und endet im Nowhere. Hier lässt sich gut ein vorbeiziehender Makrellenschwarm oder Napoleons beobachten.
Das mit Sand- und Seegraswiesen durchzogene Riffdach lädt zum ausgedehnten Austauchen ein. Hier machen wir mit der Eingrabetechnik des Krokodilschlangenaals, mit der Mimese des Steinfisches oder der Tarnung des Zwergkrokodilfisches Bekanntschaft.

Der erste Safari-Tag neigt sich dem Ende zu und wir fahren an den Alona Beach, um im Alona Tropical Resort zu übernachten. Doch bevor es in die mit Moskitonetz-bestückten Betten geht, genießen wir den Abend bei der Tropical-Party anläßlich der neuerrichteten Bungalowsanlage. Wie überall auf den Philippinen gibt es auch bei dieser Festivität Spannferkel vom Grill, viel Reis und reichlich Freibier. Locker und leicht verköstigt die Tropical-Crew dabei die anwesenden 500 Gäste und bringt immer wieder Ess- und Trinkbares auf das 15 Meter lange Buffet.

Ein neuer Tag, ein neuer Tauchplatz. Das Casera-Reef liegt vor der Insel Cebu und ist eine 1 ½ -stündige Bootsfahrt von Alona Beach entfernt. Die Lokalisation dieses Tauchplatzes ist nicht einfach, da es sich um eine versunkene Insel handelt. Doch mit der Erfahrung und dem Auge unseres philippinischen Kapitäns Helmi steuern wir direkt darauf zu. Die stark zerklüftete Steilwand mit ihren kleinen Höhlen macht den Gebrauch einer Taucherlampe am Tage zur Selbstverständlichkeit. Nebst anderen ‘Höhlenbewohnern´ lässt sich dabei mitunter auch ein Mirakelbarsch entdecken. Doch als Highlight dieses Tauchganges bleibt vor allem die Begegnung mit einem Adlerrochen in Erinnerung.

Alsdann steht uns die längste Bootsfahrt während der Safari bevor. In über vier Stunden wollen wir die Insel Pescador vor Moalboal erreichen. Wiederum geht jeder auf dem Boot seiner Lieblingsbeschäftigung nach, um sich die Überfahrt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dabei kommt uns die flache See sehr gelegen und wir kommen schnell voran. Dazwischen genehmigen wir uns noch ein kleines Picknick auf dem Boot.

Pescador liegt im Kanal zwischen Cebu und Negros. Dabei wird die Insel mit kühlem und nährstoffreichen Wasser stetig umspühlt, was sich auf die Fauna und Flora unter Wasser positiv auswirkt. An der 5 bis 80 Meter tiefen Steilwand rund um Pescador lässt sich einiges entdecken. Saisonale Hammerhaibegegnungen bis zum üppig bewachsenen Riffdach gehören zum Schönsten, was sich ein Taucher wünscht. So lässt sich der Tauchgang zu Beginn in tiefere Gefilden starten, dort die diversen Unterspülungen zu durchtauchen, um dann auf dem Riffdach auszutauchen und dort nach Steinfischen oder sonstigen Raritäten Ausschau zu halten. Daß Pescador zum Schönsten Tauchplatz der Gegend gehört, beweisen die mehrmals am Tag anlaufenden Boote der Tauchshops von Moalboal.

Für uns wird es nun Zeit die letzte Etappe am heutigen Tag in Angriff zu nehmen und die halbe Stunde noch nach Moalboal zu fahren. Dort erwartet uns ein reichliches Abendprogramm. Zuerst checken wir in den sauberen, mit Ventilator und großen Veranda ausgestatteten Bungalows des Love Place Resorts ein. Alsdann wohnen wir der kirchlichen Einweihung des neueröffneten Sea Explorers Tauchshops bei. Dabei legt der katholische Dorfpfarrer großen Wert auf die Einhaltung dieser traditionellen philippinischen Zeremonie, die in Zukunft böse Geister vom gedeihen eines guten Geschäftes abhalten soll.
Nach Anbruch der Dunkelheit bereiten wir uns auf den bevorstehenden Nachttauchgang am Hausriff von Moalboal vor. Auf diesen Tauchgang sind wir sehr gespannt. Wir wollen nun mit eigenen Augen sehen, wie sich das Riff nach der kompletten Zerstörung durch den Taifun im September 1984 erholt hat. Wiederum sind wir angenehm überrascht. Obwohl der Korallenwuchs noch nicht sehr ausgedehnt ist, bekommen wir einiges zu sehen. Von der Spanischen Tänzerin, über die diverse Arten der Familie der Skorpionsfische bis zum Gorgonienhaupt lässt sich da in ihrem nächtlichen Dasein beobachten. So sind wir gar ein wenig enttäuscht, daß die Lampenakkus uns auf das Ende des Tauchganges hinweisen.

Doch an Land geht unser Programm ohne Pause weiter. Nur mit Mühe schaffen wir es noch zum großen Abendessens-Buffet anläßlich der Tauchshopeinweihung. Neuerlich werden wir mit Spannferkel, Brathähnchen, Salaten und Reis reichlich verköstigt. So ist es nicht erstaunlich, daß wir uns bald einmal mit unseren vollen Bäuchen schlafen legen.
Der letzte Tag unserer Minisafari ist angebrochen und wir begeben uns frühzeitig auf den Weg zurück nach Dumaguete. Dennoch sind auch heute noch zwei Tauchgänge angesagt.
Als erstes wollen wir die Sunken Island südlich von Pescador betauchen. Für die schwierige Navigation haben wir eine ortskundigen Fischer mit an Bord genommen. Dieser Alte Mann findet auf Anhieb den Tauchplatz und bald einmal können wir uns startklar machen. Die Besonderheit dieses Tauchganges liegt wohl in dem 34 Meter Freiwasserabstieg an der Ankerleine hinunter. Auch bedarf die oft herrschende Strömung unsere Aufmerksamkeit. Dafür werden wir jedoch reichlich belohnt. Große Rotfeuerfische tummeln sich dort unten, Makrelen- und Schnapperschwäre gehen auf Beutefang und eine 40 cm große Nacktschnecke kriecht langsam von Statten. Angesicht der großen Tiefe und der fehlenden Austauchmöglichkeiten beenden wir den Tauchgang früher als gewohnt und befinden uns schon nach 45 Minuten auf 5 Meter beim Sicherheitsstopp. Dabei können wir noch vorbei treibende Qualen beobachten.

Nach einer weiteren zwei stündigen Bootsfahrt gelangen wir an den letzten Tauchplatz, dem Coral Garden vor Santander in Südcebu. Angetrieben von einer angenehmen Strömung betauchen wir dieses flachabfallende Riff in einer durchschnittlichen Tiefe von 15 Metern. Gleich zu Beginn bekommen wir dabei drei Eierkauris zu sehen. Auch sonst bleibt einige Besonderheiten fürs Logbuch zum notieren: zwei Seeschlangen, ein gelber Schaukelfisch, drei schwarze Anglerfische, zwei juvenile Rotsaum-Fledermausfische und ein juveniler Imperator-Kaiserfisch. So endet unser Drifttauchgang erst, als wir an der Südspitze von Cebu-Island in ein Widerwasser geraten und dabei vom Riff fortgetragen werden. Jedoch die umsichtige Crew der Gipsy hat das Boot an diese durch die brodelnde Wasseroberfläche sichtbare Stelle gesteuert, um uns aufzufischen.

Cabilao Island
Um von Negros nach Cabilao Island zu gelangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann man mit einem Schnellboot nach Tagbilaran/Bohol fahren und dort mit dem Bus und einem anschließenden kleinen Auslegerboot an das Ziel gelangen. Auch der Weg über Argao auf Cebu ist mit einem Wechsel Boot - Bus - Boot verbunden.

Um uns diese Strapazen zu sparen, wählen wir den bequemsten Weg und nehmen das Angebot von dem Sea Explorers Tauchshops an und fahren einfach mit dem Gibsyboot hoch nach Cabilao Island. Dabei nutzen wir unterwegs noch die Gelegenheit, Sumilon Island zu betauchen. Sumilon Island war früher ein Naturschutzgebiet der Silliman Universität in Dumaguete. Heute ist der Korallenreichtum geblieben. Unverkennbar hat jedoch der Fischbestand unter der Aufhebung des Naturschutzgebiet-Vertrages gelitten und arg abgenommen. Dennoch lohnt sich ein Tauchgang dort auf jeden Fall und wir haben Gelegenheit, in den diversen Unterspülungen Ausschau nach diversen Spezien zu halten.

Nach fünf Stunden Fahrt von Dumaguete sind wir am Ziel unserer Reise angelangt. Ein Besuch auf Cabilao Island ist für uns eine Rückkehr in die alte Heimat. Erstmals 1992 haben wir diese vier Quadrat-Kilometer große Insel besucht und sind jetzt zum fünften Mal hier. Wie damals hat Cabilao Island wenig von ihrer Ursprünglichkeit verloren. Nach wie vor wird für den Süsswasserbedarf Regenwasser gesammelt und elektrischer Strom ist nur am Abend für drei bis vier Stunden verfügbar. Die viertausend Einwohner leben unverändert in einfachen Verhältnissen und haben ihr spärliches Einkommen hauptsächlich vom Fischfang, dem dürftigen Landbau oder dem Tauschhandel.
Neu auf Cabilao Island ist das zweite Beach Resort und der zweite Tauchshop. Das ganze bleibt jedoch immer noch im kleinen Rahmen und damit überschaubar. Wir kennen bald alle Touristen, die in einem der nunmehr 25 Gästezimmer logieren. Unserem heimatlichen Gefühlen folgend, bleiben wir bei der Unterkunftswahl der Babie vom La Estrella Beach Resort mit ihrer 1997 neu eröffneten Anlage und dem Tauchen des Sea Explorers Shops treu. Beide Anbieter geben uns die Möglichkeit, unsere Ferien auf angenehme Art und Weise ausklingen zu lassen.

Mit dem Tauchen auf Cabilao Island ist es so eine Sache. Die meisten Leute hier verbinden das Tauchen in Cabilao mit dem oft unerfüllten Wunsch, Hammerhaibegegnungen als einziges wahres Ziel zu verfolgen. Demgegenüber steht die Tatsache, daß diverse prominentere Taucher, Cabilao als einen der besten Tauchspots der Welt bezeichnen. Wir zählen uns zwar nicht gerade zu Tauchpromis, sind jedoch jedes Mal vom Tauchen rund um Cabilao begeistert. Mehrere Hundert Tauchgänge in einem so kleinen Gebiet haben uns nicht davon abgehalten, auf ein Neues in den Anzug zu steigen.

Meist wird hier der Current View Point mit seinem sagenumwobenen Sharkspot betaucht. Dieses mit einer auf 25 m liegende Sandterasse unterbrochene Drop-off wird von den ansässigen Tauchern direkt vom Strand angetaucht. Damit erübrigen sich etwelche Bootsfahrten und der Taucher kann die Zeit seiner Tauchgänge selbst festlegen. Dies ist vor allem auch von Vorteil, wenn man sich nicht in einem Rudel von Japanischen Tauchern bewegen will. Diese Japaner, wie auch andere Massentaucher, kommen jeweils zwischen 9 und 10 Uhr morgens mit ihren Booten von Mactan Island bei Cebu City oder vom Alona Beach hierher zum Tauchen. Dies scheint wohl auch ein Hinweis auf die Besonderheit von Cabilao Island zu sein.

Wie der Name schon sagt, herrschen hier in der Regel gute Strömungen, die jeweils bei Voll- und Neumond ihre Höhepunkte erleben. Diese Strömungen sind wohl mit ein Grund, wieso hier der Korallenbewuchs sehr üppig ist und es mitunter gar zu diesen saisonalen Hammerhaibegegnungen kommen kann. Jedoch liegt der Reiz beim Tauchen auf Cabilao, wie wohl auf den ganzen Philippinen, nicht im Bestaunen der großen Fische (solche Taucher kommen auf den Malediven eher in den Genuß), sondern im Blick auf das kleine Detail. Da scheint es nur von Vorteil zu sein, einen Ortskundigen Guide wie den Bobet mit auf den Tauchgang zu nehmen. Wohl nicht jeder Taucher kann sich an einen Tauchgang erinnern, bei welchem er 12 Flügelrossfische, ein Pärchen Seegraspfeifenfische, diverse schwanzlose Seenadeln, einen 5 cm großen schwarzen Krokodilfisch und vieles mehr entdeckt hat.

Die angrenzenden Tauchplätze Coral Garden, Gorgonia Wall, Bamboo Reef oder das Lighthouse Reef haben mit Ausnahme der Sandterasse die gleiche Rifftopografie wie der Current View Point. Das Drop-off beginnt bei einer Tiefe von fünf Metern und endet auf ca. 50 Metern. Diverse Unterspülungen machen da den Gebrauch einer Lampe auch bei Tag notwendig.

Neben diesen einfach vom Strand aus erreichbaren Plätzen nutzten wir auch die Möglichkeiten, mit einem kleinen Motorboot zu Viert den Soutpoint, den Fallen Tree oder den Talisay Tree zu erkunden. Alle drei Tauchplätze sind näher der Insel Bohol zugewandt und unterliegen daher nicht so den starken Strömungen. Dennoch haben auch sie ihren Reiz und lohnen sich zu betauchen. Sei dies am Soutpoint die Vielfalt an Steinkorallen mit ihren unzählig darin Schutz findenden Jungfischen, der Fallen Tree mit seinen schönen Schwarzkorallen oder der Fallen Tree mit seinen großen Überhängen.

Ein weiteres Highlight ist wohl ein Nachttauchgang. Unser bevorzugter Platz ist dabei das Lighthouse Reef. Dabei gibt es vor allem im Flachwasserbereich einiges zu entdecken. Angefangen vom Pfauenaugen-Feuerfisch, dem Himmelsgucker oder dem Stirnflosser; etwas Spezielles ist immer dabei. Doch auch sonst stößt man unter Umständen über einen Teufelsfisch, einen Steinfisch, eine Spanische Tänzerin, einen von der Lampe geblendeten Schlangenaal oder einen Blauring-Oktopus.

Heimreise
Auch unser Urlaub neigt sich dem Ende zu. Nach langem Auf Wiedersehen sagen, gehen wir mit dem kleinen Auslegerboot vom La Estrella Beach Resort nach Argao auf Cebu Island. Dabei ist uns das Wetter gutgesinnt, da bei rauher See eine solche 1 ½ -stündige Überfahrt zu einer nassen Angelegenheit werden kann. In Argao halten wir am Straßenrand den nächsten Bus nach Cebu City an. Gewohnt in halsbrecherischer Fahrt mit voll aufgedrehter Musikanlage und dem etwas ironisch wirkenden Hinweis auf der Frontscheibe ‘God bless us´ gelangen wir 2 ½ Stunden dorthin. Nun bleibt uns noch etwas Zeit, um im größten Shopping-Center der Stadt, dem Shoemarker City, unser Souvenirs zu kaufen. Im Nu ist es Zeit, sich ein Taxi raus zum Mactan International Airport zu nehmen. Dabei muß der Preis im Gegensatz der Gouvermentsweisung ausgehandelt werden, da der Taxifahrer nicht am Einschalten des Taxmeters interessiert ist. Sei es wie es ist. Das sind die Philippinen.


Für weitere Fragen an die Urheber (Petra und Markus) dieses Textes