REISETIPS / REISEBERICHTE


Tauchferien in der Türkei, 1. - 8. September 2001 von und mit Evelyn

Mein Gepäck und ich sind in Dalaman in der Südtürkei gelandet. Dank dem Fahrer der mich abholt komme ich sicher in Fetyie, einer Stadt an der Lykischen Küste, an . Auch mein Buddy Charlotte hat den Weg auf den Deutschen Motorensegler "Sharazan" gefunden. Ein schönes Schiff das genügend Raum bietet für zwölf Gäste, vor allem auch fürs Rumflachen zwischen den Tauchgängen.

Am Sonntag geht's los mit einem Checkdive. Wir machen jeden Tag zwei Tauchgänge. Eines gleich vorweg: Das Wasser hat je nach Schätzung zwischen 24 und 32 Grad Celsius. Mit meinem dicken Anzug bin ich also eher "overdressed". Gegen Ende Woche bin ich als "Gfrörli" dann aber doch froh darum.

Die Tauchumgebung ist wie erwartet: eher karg verglichen mit einem Korallenriff, farbenfroh und spannend verglichen mit Seen. Sandiger Boden und einige Felsbrocken machen den Grund aus. Wir tauchen aber am liebsten in den phantastischen Höhlen, wo das Meer so blau ist, dass man das Gefühl hat, man sei im Paradies. Auch die Steilwände finden grossen Anklang. Ein anderer Höhepunkt war eine Süsswasserhöhle. Ich hatte das Gefühl, durch einen öligen Schleier zu tauchen, dann wurde es plötzlich kühl und wir tauchten alle in einer Höhle wieder auf. Natürlich gibt es auch Kamine und Einbuchtungen die betaucht werden. Sogar Amphorenfelder, die irgendwie gespenstig und doch charmant wirken.

Mit den Fischen haben wir wohl ein wenig Pech: wir haben gelernt, dass die Fische bei Vollmond tief runter tauchen und sogar die Fischer sich ein paar freie Tage gönnen. Wir waren natürlich genau bei Vollmond auf dem Schiff. Trotzdem sehen wir viele spannende Tiere und Pflanzen, wie Flunder, Oktopusse, Nacktschnecken, Fadenwürmer -in den meisten Logbüchern als "Tausendfüssler" vermerkt - , Röhrenwürmer, Skorpionfische, Barracudas, Zylinderrosen, etc. Grossfischfliebhaber kommen allerdings kaum auf ihre Kosten.

Das Leben neben dem Tauchen besteht, wie sich jeder wohl denken kann, aus Schlafen und Essen. Wir gehen manchmal zum Nachtessen an Land; wegen drohendem Sturm konnten wir eine historisch interessante Insel leider nicht besuchen. Auch das Wildschwein Essen musste abgesagt werden, aber als Vegetarier hat mich das nicht gross erschüttert! Dafür machen wir am letzten Tag einen Ausflug und entdecken, dass Fetyie in einer wahnsinnig interessanten Ecke liegt. Dass die Gegend wunderschön ist, wussten wir ja bereits. Das Meer hat eine Farbe die keinen Vergleich scheut und die Inseln bieten eine traumhafte Kulisse. Im Hinterland findet man eine vielfältige Vegetation, Spuren von Römern, Königsgräber, normale Gräber, eine Geisterstadt (ca. 25000 Griechen mussten 1928 eine Stadt verlassen) und vieles mehr.

Alles in Allem genossen wir eine sehr schöne Woche und für Taucher, die auch das Kleine mögen, ist die Türkei sehr zu empfehlen. Das Leben auf dem Schiff war angenehm, von Differenzen mit dem Kapitän mal abgesehen. Ich würde daher empfehlen Tagesausflüge zu machen oder besser für zwei Wochen fahren. Denn die Gegend um Fetyie ist zu schön um sie nicht ausgiebig zu bereisen.

Homepage: MS Sharazan

Evelyn Krattiger

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